Gesellschaftliche Vielfalt in Global Cities

Gesellschaftliche Vielfalt in Global Cities 

Migration und neue Vielfalt in Global Cities:  Vergleichendes Erfassen, Beobachten und Visualisieren von Diversifizierung in öffentlichen städtischen Räumen

Projektleitung: Steven Vertovec

WissenschaftlerInnen: Sofya Aptekar, Anna Cieslik, Beate Engelbrecht, Dörte Ulka Engelkes, Laavanya Kathiravelu, Raji Matshedisho, Alexei Matveev, Anna Seegers-Krückeberg, Alex Wafer, Junjia Ye, Abbas Yousefpour


abgeschlossen


Wie können Menschen mit immer vielfältigeren Eigenschaften in weltweit rasch wachsenden Städten zusammen leben? Die UNO schätzt, dass sich die städtische Bevölkerung bis 2050 verdoppeln wird. Inzwischen zeigen globale Migrationsströme tiefgreifende Diversifizierungen von Nationalität, Ethnizität, Sprache, Geschlechterverhältnissen, Alter, Humankapital und rechtlichem Status. Überall in den Städten wohnen Migranten mit Charakteristiken der komplexen "neue Vielfalt" neben Menschen aus früheren Einwanderungswellen, der "alten Vielfalt". Die Dynamiken dieser Diversifizierung sind
trotz ihrer zunehmenden Allgegenwart – kaum ernsthaft erforscht. Wir wissen wenig darüber, wie Menschen in sich diversifizierenden städtischen Umgebungen neue Formen des Zusammenlebens entwickeln, oder wie und warum sie möglicherweise zu Konflikten neigen.

Die zentrale Forschungsfrage des Projekts lautet: Vergleicht man öffentliche Räume in Städten, was sorgt für Gemeinsamkeiten und Unterschiede in sozialen und räumlichen Mustern unter den Bedingungen der Diversifizierung, wenn „neue Vielfalt“ auf „alte Vielfalt“ trifft? Das Projekt umfasste vergleichende, interdisziplinäre, methodisch vielfältige Forschung in drei Kontexten von „Super-Diversity“: New York (eine klassische Einwanderungsstadt mit neuen globalen Migrationsströme unter breiter Unterstützung des politischen Umfelds), Singapur (von ethnisch-kultureller Politik dominiert und völlig abhängig von neuer, stark eingeschränkter Migration) und Johannesburg (vor dem Hintergrund der Apartheid geprägt von Spannungen um neue nicht regulierte pan-afrikanische Migrationsströme). Die Verbindung von Anthropologie und Humangeographie erlaubt es, die sich wandelnde Natur von Vielfalt und ihrer sozio-räumlichen Muster zu erforschen. Die genutzten Methoden beinhalten "Erfassen" (erforschen, wie alte und neue Vielfalt lokal verstanden werden), "Beobachten" (erstellen von Ethnographien von Interaktionen) und "Visualisierung" (die Verwendung von Fotos, Film und innovativer Datenkartierung).

 

Das GLOBALDIVERCITIES Projekt wurde gefördert durch ein "ERC Advanced Investigator Grant" der Europäischen Kommission an Prof. Vertovec.