Dr. Liza Wing Man Kam

Vita

Liza Wing Man Kam ist Gast der Abteilung für religiöse Vielfalt. Sie ist Assistenzprofessorin für Stadtwissenschaften und Chinesische Gesellschaften am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Göttingen.
Kam absolvierte eine Architekturausbildung in London, Paris, Liverpool, Hongkong und Singapur, bevor sie 2009 zum Bauhaus in Weimar kam und im Dezember 2013 promovierte (summa cum laude). Ihre Doktorarbeit konzentrierte sich auf die Darstellung der Transformation der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Symbolik des kolonialen städtischen Erbes Hongkongs in den einzigartigen postkolonialen Settings der Stadt, indem sie die Wechselbeziehungen zwischen Architektur, Historiographie, Identitätsbildung und damit dem Bürgerbewusstsein veranschaulichte.
In ihren aktuellen Forschungen untersucht sie die kolonialen Shinto-Schreine im Nachkriegs-Taiwan als "religiösen" Raum und politische Symbolik für die Äußerung verschiedener Kräfte. Das Projekt geht davon aus, diese Schreine als koloniale Architekturikonen zu analysieren und untersucht ihre Rollen als politische Symbole im postkolonialen Taiwan, die liturgischen und nicht-religiösen Aktivitäten und ihre Rolle als Werkzeuge und Triebkräfte zum Sammeln/Mobilisieren von Bevölkerungsgruppen. Wie wirken sich die performativen Effekte der durchgeführten Rituale auf den Prozess der Identitätsbildung parallel zur historischen Zeitachse aus, die die verschiedenen politischen Paradigmenwechsel in der taiwanesischen Gesellschaft seit der Kolonialzeit markiert? Wie könnten andere postkoloniale Settings im chinesischen Kontext, wie z.B. Hongkong, verglichen werden?
Kam verfolgt einen interdisziplinären Ansatz (Architekturgeschichte und -theorie, Historiographie, Anthropologie, Stadtsoziologie, Politikwissenschaft und mehr) und ist fasziniert von der Verwendung von Narrativen, die sowohl von urbanen Strukturen als auch von Raumnutzern in der Stadtforschung repräsentiert werden und wie diese Narrative parallel und im Gegensatz zur Geschichte funktionieren. Neben akademischer Erkenntnis interessiert sie sich auch für Sport, Essen, Kino und mehr.

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